Geburtshilfehaus in Lunga Lunga

Der Schutz werdender Mütter zählt zu den acht Entwicklungszielen, auf die sich die189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im Jahr 2000 geeinigt haben. Demnach soll die Müttersterblichkeit bis Mitte dieses Jahrzehnts gegenüber 1990 um 75% sinken. Laut neuen UN-Studien ist es bis 2013 weltweit gelungen, die Sterberate um 45% zu reduzieren. Allerdings bestehen große regionale Unterschiede. Vor allem in afrikanischen Ländern südlich der Sahara gibt es bisher keine sichtbaren Fortschritte.

Auf diese Region entfallen rund zwei Drittel aller Fälle von Müttersterblichkeit. Besonders in ländlichen Gebieten herrscht hier ein gravierender Mangel an Hebammen und an Krankenhäusern mit Geburtsstationen. Erschwerend kommt hinzu, dass den Betroffenen vielfach das Geld fehlt, um die medizinische Behandlung zu bezahlen. Daher bekommen Frauen ihre Kinder häufig zu Hause, oft unter schlechten hygienischen Bedingungen, ohne professionelle Hilfe und ohne zuvor zu einer einzigen Voruntersuchung gegangen zu sein. Unter solchen Umständen kommt es leicht zu Komplikationen bei der Geburt. Das Überleben der Frau hängt dann davon ab, ob und wie schnell sie eine Klinik erreichen kann. Jeder Todesfall belastet die Hinterbliebenen seelisch und existentiell. Mit der Mutter fehlt auch die Versorgerin und Verdienerin. Häufig rutschen Familien in dieser Lage vollständig in die Armut ab.

Mutter hält Neugeborenes im Arm

Willkommen im Leben – eines der ersten Babys

Um in der Grenzregion um Lunga Lunga Abhilfe zu schaffen, wurde eine im Jahre 2012 fertiggestellte Krankenstation um ein Geburtshilfehaus erweitert. In der Einrichtung bieten ausgebildete Hebammen und Krankenschwestern schwangeren Frauen Vorsorgeleistungen an, ermöglichen eine sichere Geburt und stehen in der Nachsorge beratend und helfend zur Seite. Davon profitieren nicht nur die Mütter, auch die Neugeborenen haben einen besseren Start ins Leben.
Die Maßnahme wurde weitgehend vom Verein „Wir helfen in Afrika“ finanziert. Die Bauarbeiten führte ein aus früheren Projekten bekanntes örtliches Unternehmen durch. In einem ersten Projektabschnitt wurde das Gebäude Ende 2015 soweit fertiggestellt, dass es bezogen werden konnte. Im zweiten Abschnitt wurde es in 2016 um die benötigte Inneneinrichtung ergänzt.
Projektträger vor Ort sind die Sisters of St. Joseph aus Mombasa. Die Lebensweise dieser Ordensgemeinschaft entspricht der benediktinischen Regel „Ora et Labora“. Die Schwestern leben unter einfachen Verhältnissen und bieten mit Schulen, Krankenstationen, Kindergärten und verschiedenen Entwicklungsprojekten der Bevölkerung wertvolle Dienste an.

Die Stiftung Pro Afrika hat das Projekt in den Jahren 2015 und 2016 mit insgesamt mit 10.000 € gefördert.